Transparenz - Rechenschaftsberichte für das Finanzamt und aktuelle Newsletter

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Das Informations- und Beratungsbüro für Verkehr und Umwelt UMKEHR e.V. ist vom Finanzamt für Körperschaften I Berlin (zuletzt am 8.10.2009) wegen Förderung des Umweltschutzes und der Unfallverhütung als gemeinnützig anerkannt worden. UMKEHR e.V. ist daher verpflichtet, dem Finanzamt alle drei Jahre einen Rechenschaftsbericht über seine Aktivitäten vorzulegen, damit das Finanzamt die weitere Bewilligung der Gemeinnützigkeit prüfen kann.

Wir stellen diese Berichte hier allen Interessierten in leicht überarbeiteter Form (u.a. wurden zur besseren Übersichtlichkeit Zwischenüberschriften eingefügt) zur Verfügung.

Die Rechenschaftsberichte für die 3-Jahresperiode 2009 - 2011 werden spätestens im Mai 2012 hier veröffentlicht.

 

Für den Zeitraum, für den noch keine Rechenschaftsberichte vorliegen, stellen wir unsere Newsletter ins Netz:

 

Newsletter vom 17. Januar 2012

1. Tempo 30 in unseren Städten!

Die Reduzierung der Geschwindigkeiten ist bei allen Umwelt-, Verkehrssicherheits- und Gesundheitsaspekten ein wesentlicher Hebel für eine nachhaltige Mobilität. Dabei gilt "Tempo 30" als Botschaft für einen menschengerechteren Verkehr in den Städten und ist trotz seiner nachgewiesenen Vorteile in der verkehrspolitischen Diskussion nach wie vor höchst umstritten.

Seitdem UMKEHR e.V. 1983 eine bundesweite Tempo 30-Kampagne startete, gibt es Erfolgsmeldungen. Einige Städte haben bis zu 70 % ihres Straßennetzes für maximal Tempo 30 km/h zumindest ausgeschildert. Nicht umgesetzt wurde dagegen eine zentrale Forderung der vor knapp 30 Jahren gestarteten Aktivitäten: die Einbeziehung gerade auch von Hauptverkehrsstraßen. Dazu existieren nur vereinzelte Versuche, z.B. zur Einhaltung der Lärmschutzwerte. Dies, obwohl nach wie vor in allen Kommunen die Hauptverkehrsstraßen als Unfallorte an der absoluten Spitze stehen.

2011 ist wieder Bewegung in die Tempo 30-Diskussion gekommen. Deshalb bereitet der FUSS e.V. in Kooperation mit dem "Büro für Umweltkommunikation" eine neue Kampagne vor, die auch die europäische Ebene adressieren soll, denn unter den Aspekten "Umweltschutz" und "Verkehrssicherheit" besitzt die EU Kompetenzen für Tempolimits.

Zurzeit laufen Sondierungen für eine "Europäische Bürgerinitiative" (EBI), ein Instrument mit einjähriger Unterschriftensammlung in mindestens 7 Staaten der Union, das im April 2012 in Kraft tritt. Eine EBI für maximal Tempo 30 km/h innerorts - mit Befugnissen für die kommunalen Behörden Ausnahmen einzurichten - wäre ein unüberhörbares und starkes Signal, zu dem sich die kommunal Engagierten europaweit zusammen finden müssten. Die Kampagne wird umso erfolgreicher sein, je mehr Interessierte an einer nachhaltigen kommunalen Verkehrspolitik zur Mitarbeit bereit sind. Daher erbitten wir Interessensbekundungen, Mitarbeitsangebote und konkrete Hinweise, welche NGO bzw. Kommunen noch einbezogen werden sollten, in Deutschland und in anderen Staaten der EU.

Kontakte: FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland, Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Büro für Umweltkommunikation Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Mehr Infos unter: www.fuss-ev.de/Projekte/Tempo-30-in-unseren-Staedten.html

2. Der nächste BUVKO wird grün und mobil

Vom 15. bis 17. März 2013 wird der inzwischen 19. Bundesweite Umwelt- und VerkehrsKongress (BUVKO) an der TU Berlin stattfinden. Partner an der TU sind das Zentrum Technik und Gesellschaft, das Institut für Stadt- und Regionalforschung sowie das Verkehrswesenseminar. Im Verbändebereich konnten wir bislang den BUND Berlin, die Grüne Liga und die Vereinigung für Stadt-, Raum- und Landesplanung SRL als Kooperationspartner gewinnen. Der bisherige Arbeitstitel lautet "Städte in Zukunft: grün + mobil". Wir danken dem Umweltbundesamt und dem Bundesumweltministerium für die Förderung!

Bitte halten Sie sich den Termin (im nächsten Jahr!) frei und: Wir würden uns über inhaltliche Anregungen (bitte dabei sinngemäß den Arbeitstitel beachten) und organisatorische Hilfsangebote sehr freuen! Kontakt Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Bei Interesse am BUVKO im Allgemeinen und den Ergebnissen des letzten Kongresses gehen Sie bitte auf www.buvko.de.

3. Straßenbau-Moratorium in Deutschland

Die Mitunterzeichningsfrist der Bundestags-Petition für ein Straßenbau-Moratorium ist abgelaufen. UMKEHR und FUSS e.V. hatten das Anliegen unterstützt. 5.897 Bürger/innen unterstützten online die Petition. Über den weiteren Weg der Petition werden wir Sie im nächsten Newsletter und z.B. hier auf www.umkehr.de informieren.

4. Dramatische Zunahme der Fußgängerunfälle

Nachdem im letzten Jahr die Unfälle mit Personenschäden bundesweit und auch in den meisten Städten deutlich zurückgingen und dies als Erfolg der Verkehrssicherheitsarbeit dargestellt wurde, wird das Jahr 2011 leider wieder mit einer erheblich höheren Anzahl auch tödlich verunglückter Fußgänger abschließen. Für 2011 prognostiziert das Statistische Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der tödlich verunglückten Fußgänger um knapp 25 %.

Nach Ansicht von FUSS e.V. sind derzeit keine Ansätze erkennbar, die dazu führen könnten, die Fußgängerunfälle in einem nennenswerten Maße zu reduzieren. Voraussetzungen wären neben der geringeren Geschwindigkeit des motorisierten Individualverkehrs die Vermeidung sogenannter "bedingt verträglicher Konflikte" an Lichtsignalanlagen (zu kurze Grünzeiten, gleichzeitiger Abbiegeverkehr, etc.), die in einem erheblichen Maße zum Unfallgeschehen beitragen. Darüber hinaus fordert FUSS e.V. Analysen und Beobachtungen an Querungsstellen (Fußverkehrs-Audits), um Maßnahmen vor einem Unfall durchführen zu können und nicht erst, wenn die Kreuzung bereits zu einem Unfallschwerpunkt geworden ist. In sehr vielen Fällen würde eine Verbesserung der Sichtbeziehung zwischen den Verkehrsteilnehmern ausreichen, um das Unfallrisiko zu vermindern.

Die gesamte Presseerklärung zum Thema: www.fuss-ev.de/Pressemitteilungen/Dramatische-Zunahme-derFussgaengerunfaelle.html. Einen ausführlichen Beitrag zum Verkehrssicherheitsprogramm des Bundesverkehrsministers wird es in der Februar-Ausgabe der mobilogisch geben: www.mobilogisch.de/archiv/archiv-themen/128-februar-2012.html

5. Rückgewinnung der Gehwege für die Fußgänger!

In unserem letzten PROjekte-Flyer hatten wir angekündigt, Wut- und Mutbürger/innen Material am die Hand zu geben, mit dem diese besser gegen Falschparker vorgehen können. Vor dem Start der Kampagne würde uns interessieren, welche "Produkte" Sie am nötigsten dafür erachten: Formulare für Anzeigen gegen Schwarzparker? Musterbriefe an Behörden? Musteranträge für den Gemeinderat? Einen Infoflyer zum "Unter-die- Windschutzscheibe-stecken"?

Oder etwas ganz Anderes? Tipps und Links bitte an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Interesse an unserem Projekt? Mehr Info unter: www.fuss-ev.de/Projekte/Rueckgewinnung-der-Gehwege.html

6. Fahrspuren XXL

Die Forderung nach mehr Straßen ist alt, neuer ist der Wunsch nach breiteren Fahrspuren. Aktuell wird als Begründung gerne die steigende Zahl von Hummer & Co (die so genannten SUV) herangezogen. Informieren Sie uns bitte über die Argumente, wenn in Ihrer Gemeinde Fahrspuren oder Parkstreifen verbreitert werden sollen. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

7. Nachdruck Trierer Manifest

Wegen der anhaltenden Nachfrage haben wir uns entschieden, das "Trierer Manifest" nachdrucken zu lassen. Das Manifest wurde beim BUVKO vor knapp einem Jahr entwickelt und begründet die notwendigen Strategien und Maßnahmen einer nachhaltigen Verkehrswende im Landverkehr.)

Bitte bedenken Sie bei Bestellungen, dass uns ein Exemplar 0,50 Euro für den Druck kostet (zzgl. Porto). Wir würden uns über entsprechende Spenden auf das Konto des Arbeitskreis Verkehr und Umwelt e.V., Konto 033 19 78 102, Postbank Berlin, BLZ 10010010 mit dem Hinweis "TM-Flyer" sehr freuen!

Das Trierer Manifest kann weiterhin unterzeichnet und kommentiert werden. Sie finden es online unter: www.buvko.de/ergebnisse/trierer-manifest.html

 

 

Rechenschaftsbericht 2008

StVO-Novelle

Im März sandte das Bundesverkehrsministerium den Verbänden den Entwurf einer StVO-Novelle zu, mit der (nach 2001) zum zweiten Mal versucht werden sollte, die Anzahl der Verkehrszeichen zu reduzieren. UMKEHR e.V. wendete sich gegen große Teile der Vorschläge, da sich hinter dem Vorwand den Schilderwald zu lichten, einseitige Interessen versteckten, die die Lebensqualität der Innenstädte eher mindern, die Zahl der Verkehrszeichen jedoch kaum.

Website-Relaunch

Im Frühjahr 2008 stellte UMKEHR e.V. den Relaunch seiner Website www.umkehr.de vor. Nach mehr als zehn Jahren im Netz war es Zeit für eine umfassende Neugestaltung und inhaltliche Neuausrichtung des Internet-Auftritts. Neben einem neuem professionelleren und funktionaleren Layout und einer zeitgemäßen Administration mit einem Content Management System (CMS) gab es natürlich auch neue interessante Inhalte und ganz neue Rubriken. In der neuen Rubrik „Aktiv werden“ werden Mitgestalter für Fußgänger-Stadtpläne ebenso gesucht wie Artikel-Rechercheure, Autoren oder Praktikanten. Neu ist auch ein „echter“ Online Shop, der das bisherige Bestell-Formular ablöst.

Weitere StVO-Novelle

Gemeinsam mit dem FUSS e.V. machte UMKEHR e.V. in einer Stellungnahme an das Bundesverkehrsministerium und mit Pressearbeit im Juli auf eine weitere geplante Änderung der StraßenVerkehrs-Ordnung (StVO) aufmerksam. Während fast überall über "Shared-Space" und damit Ideen, wie man die Interaktion zwischen nichtmotorisiertem und Kfz-Verkehr in den Städten konfliktfreier gestalten könnte, diskutiert wurden, sah der Entwurf des Bundesverkehrsministeriums für die StVO und deren Verwaltungsvorschriften vor, die Anwendungsmöglichkeiten des seit vielen Jahren bewährten Mischverkehrsprinzips „Verkehrsberuhigter Bereich“ einzuschränken, ohne den Kommunen adäquate Alternativen zur Hebung der Sicherheit und der Lebensqualität anzubieten. Nach Ansicht von UMKEHR e.V. würde damit Deutschland im europäischen Vergleich ins Hintertreffen geraten, da in vielen Nachbarstaaten erweiterte und verbesserte Verkehrsreglements wie „Begegnungszonen“ entwickelt und eingeführt wurden.

Vorbereitung 17. Bundesweiter Umwelt- und VerkehrsKongress BUVKO

Ab März nahmen die inhaltliche Konzeptionierung und organisatorische Vorbereitung des 17. Bundesweiten Umwelt- und VerkehrsKongresses (BUVKO), der im März 2009 in Dresden stattfinden wird, viel Platz in der Arbeit des Vereins ein. Beim Kongress soll die Frage behandelt werden, was ein nachhaltiger kommunaler Verkehr, der Fußgänger, Radfahrer und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel fördert, für das Klima leisten kann. Nach Ansicht von UMKEHR e.V. wird das Klimaschutzpotenzial im Nahverkehr in der öffentlichen wie wissenschaftlichen Diskussion noch völlig unterschätzt. Daher gestaltete sich die Recherche recht aufwändig, schließlich mussten Kontakte zur Grundlagenforschung und zu Praktikern, die ihre Best practice-Projekte vorstellen sollen, geknüpft und gepflegt werden.

Bußgeldreform

Anlässlich des behördlichen Fortführungsprozesses mussten die beiden Verbände FUSS e.V. und UMKEHR e.V. im Mai ihre Kritik an der zweiten Fassung der geplanten Bußgeldreform aus dem letzten Jahr erneuern und noch verschärfen, da zwar die Sanktionen für Geschwindigkeitsübertretungen und „Drängler“ endlich erhöht, die im Bußgeldkatalog enthaltenen Regelsätze für Verstöße gegenüber Fußgängern, Radfahrern und öffentlichen Verkehrsmitteln niedrig bleiben bzw. sogar gesenkt werden sollten.

Bündnis „Bahn für Alle“

UMKEHR e.V. ist Mitglied des Bündnisses „Bahn für Alle“, das von Umwelt- und Verkehrsverbänden, Jugendorganisationen und Gewerkschaftern getragen wird. Im Rahmen dieses Aktionsbündnisses war der Verein eine Stimme, die auf die negativen ökologischen Wirkungen einer privatisierten Bahn, die Strecken und Verbindungen renditeorientiert streicht und Bahnhofsgebäude verkauft, hinwies: Ein Umstieg vieler Fahrgäste auf das Auto ist und war die Gefahr angesichts einer zumindest in der Fläche unattraktiver werdenden Bahn. In diesem Jahr standen die technischen Sicherheitsmängel an den ICE-Zügen der DB AG im Mittelpunkt. Die gestreckten Wartungsintervalle waren nach Ansicht des Bündnisses der Orientierung des Unternehmens auf die Börse geschuldet. - Zum Jahresende waren die Aussichten, die Privatisierung der Bahn zu stoppen, sehr günstig.

Verkehrsberuhigung

UMKEHR e.V. führte die im letzten Jahr begonnenen Recherchen, wie man das Thema „Verkehrsberuhigung“ und seine positiven Auswirkungen auf die Umwelt und Verkehrssicherheit wieder verstärkt in die Öffentlichkeit bringen kann, weiter und entwarf mit FUSS e.V. Konzepte für eine Weiterentwicklung der Verkehrsberuhigten Bereiche. Geplant wurde, im Jahr 2009 eine Kampagne für mehr „Spielstraßen“ und „Begegnungszonen“ zu starten. Das Konzept des Shared Space wird von UMKEHR zunehmend kritischer gesehen, da es keine niedrigen Kfz-Tempi und keine Änderung der Vorrangregelung auf der Fahrbahn vorsieht. Schwächere Verkehrsteilnehmer wie insbesondere Kinder und (Seh)Behinderte werden dadurch stark benachteiligt.

Fahrbahnquerungen im Verlauf der grünen Hauptwege Berlin

Ab Sommer half UMKEHR e.V. seinem Partner FUSS e.V. bei der Konzeptionierung einer Untersuchung im Auftrag des Berliner Senats der Fahrbahnquerungen im Verlauf der grünen Hauptwege in Berlin. Hintergrund ist das Ziel die Grüngebiete sicher und komfortabel zuverbinden. Bei der Begehung des Untersuchungsgebietes leistete UMKEHR auch logistische und personelle Hilfe.

Was uns in der mobilogisch! beschäftigte

Weitere Themen, mit denen sich der Verein in diesem Jahr beschäftigte, finden ihren Niederschlag in der ausführlichen Berichterstattung der „mobilogisch“. Im Vorgriff auf das Thema des 17. BUVKO wurden die Auswirkungen des Verkehrs auf das Klima und mögliche Maßnahmen zur Senkung der negativen Auswirkungen in der Zeitschrift diskutiert. Zum Spektrum „Mobilität und Klima“ gehörten z.B. die Frage nach Kompensationszahlungen für Flüge und Autofahrten und Diskussionen und Erörterungen um die Alternativen zu fossilen Kraftstoffen wie Biosprit, Solar- und Elektroenergie sowie Hybridantriebe. Außerdem wurde die Praxis in den bestehenden Umweltzonen bilanziert und auf deren fehlende Beachtung der kommenden Grenzwerte für Stickoxide hingewiesen und die Möglichkeiten im Rahmen der Umgebungslärmrichtlinie erörtert.

Breiten Raum nahm in der Vereinszeitschrift die Diskussion um Verkehrsberuhigung und Shared Space ein (s.o.). Beim Fahrradverkehr wurde eine neue Evaluationsmethode vorgestellt, wann sich welche Radverkehrsanlagen bezahlt machen. Außerdem gab es einen Überblick über neuartige Fahrradverleihsysteme im Ausland.

In mehreren Beiträgen wurde der Ausbau der großen Flughäfen in Deutschland kritisch betrachtet und die Möglichkeiten der Mediation bei der Bürgerbeteiligung am Flughafenausbau ausgelotet.

Verkehrssicherheitsaspekte wurden z.B. anhand der Erörterung, wie Kinder und Jugendliche Mobilität lernen, abgehandelt. Desweiteren nahm in dieser Hinsicht die immer stärker werdende Aufrüstung mit Licht und Reflektionsmaterial ein.

Beratung und Kontaktvermittlung

Regelmäßig wiederkehrende Aufgaben während des gesamten Jahres waren in erster Linie die Beratung von Bürgern, Bürgerinitiativen und Verbänden, die Vermittlung von Kontakten zu Initiativen, Fachleuten, Gutachtern, etc., sowie die Beantwortung von Anfragen von Aktiven im Verkehrsbereich, Studenten und Schülern und anderen Interessierten. Darüber hinaus pflegt UMKEHR Kontakte zu Behörden, Universitäten etc. und regt durch themenbezogene Initiativen die Zusammenarbeit zwischen den Verkehrs- und Umweltorganisationen an.

Die Fachdiskussionen in den letzten Jahren haben deutlich aufgezeigt, dass Verkehrssicherheitsarbeit und Unfallprävention im engen Zusammenhang stehen mit der allgemeinen Gesundheitsprävention und der Frage der Bewegung und Beweglichkeit der Menschen. In diesem Sinne hat UMKEHR e.V. in diesem Jahr schwerpunktmäßig Initiativen und Verbände beraten, die in den verschiedenen Fachbeiräten zur Lärmminderung, Luftreinhaltung und Unfallreduzierung mitarbeiten.

 

Rechenschaftsbericht 2007

16. Bundesweiter Umwelt- und Verkehrs-Kongress BUVKO in Stuttgart

Vom 2.-4. März trafen sich zum von UMKEHR organisierten 16. Bundesweiten Umwelt- und Verkehrs-Kongress (BUVKO) in Stuttgart etwa 200 Wissenschaftler, Mitarbeiter aus Verwaltungen, sowie Vertreter von Verbänden, Parteien und Umweltinitiativen, um die Auswirkungen der alternden und schrumpfenden Bevölkerung auf die Mobilität zu analysieren und Maßnahmen vorzuschlagen. In Deutschland ist seit Jahren Stagnation bzw. sogar ein leichter Rückgang des motorisierten Individualverkehrs feststellbar. Experten sehen im demografischen Wandel die Chance für einen Klimawandel auch im Verkehrsbereich. Entscheidend für die Umwelt wird die künftige Verkehrsmittelwahl der Senioren werden. Die Generation, die bald in das Rentenalter eintritt, ist deutlich „automobiler“ als ihre Vorgänger.

Mobilität älterer Menschen

Allgemein muss die Mobilität älterer Menschen, auch derjenigen, denen kein Pkw zur Verfügung steht, auch in Zukunft gesichert werden. Dies wird insbesondere auf dem Land immer schwieriger werden. Dort wird es besonders schwer, einen akzeptablen öffentlichen Personenverkehr anzubieten. – Beim 16. BUVKO wurden demografisch-statistische Grundlagen vorgestellt, politische Handlungsempfehlungen ausgearbeitet und „Best practice“-Modelle vorgestellt. Ob diese Best practice-Modelle übertragbar sind, wurde mit der Untersuchung „MoBilanz“ evaluierbar, das die Umsteigebereitschaft der Menschen auf klimaschonendere Mobilitätsdienstleistungen aufzeigt.

Umgestaltung von Kreuzungen in Kreisverkehrsplätze

Gemeinsam mit FUSS e.V. und der SRL wurde die Richtlinie zur Umgestaltung von Kreuzungen in Kreisverkehrsplätzen begrüßt. Viele der Einwände der Verbände gegen die bisherige Richtlinie, die die Sicherheit der unmotorisierten Verkehrsteilnehmer betrafen, wurden berücksichtigt und in bessere Planungsvorschriften umgesetzt.

Sollen Verkehrsverbände Mobilitätsprodukte anbieten?

Im September diskutierten der VCD und UMKEHR e.V. nach einer längeren Vorbereitungsphase auf Bundesorstandsebene, ob die ökologisch orientierten Verkehrsverbände Mobilitätsprodukte anbieten sollen, deren negative klimatische Auswirkungen finanziell von den Verbrauchern kompensiert werden. Nach einer Nachbereitungsphase entschied man sich, aus politischen und psychologischen Überlegungen auf einen Einstieg in den „Ablasshandel“ zu verzichten.

Bußgeld-Reform

Gemeinsam mit dem FUSS e.V. machte UMKEHR e.V. in einer Stellungnahme an das Bundesverkehrsministerium und mit Pressearbeit zum Entwurf der Bußgeld-Reform im Straßenverkehr darauf aufmerksam, dass mit der 2008 geplanten Einführung der neuen Bußgeld-Vorschriften zwar die Sanktionen für Geschwindigkeitsübertretungen und „Drängler“ endlich erhöht, die im Bußgeldkatalog enthaltenen Regelsätze für Verstöße gegenüber Fußgängern, Radfahrern und öffentlichen Verkehrsmitteln niedrig bleiben bzw. sogar gesenkt werden sollten.

Zulassung von Motorfahrzeugen (Segways) auf Gehwegen

Ebenfalls im Oktober wandten sich die beiden Vereine mit einer Presseerklärung und einem offenen Brief an die Verkehrsminister der Bundesländer gegen eine geplante Zulassung von Motorfahrzeugen (Segways) auf Gehwegen. UMKEHR e.V. erachtet es für weitaus zielführender, die Fahrbahnen in den Kommunen für Radfahrer und andere langsame Fahrzeuge wieder sicher zugänglich zu machen, statt auf den zu schmalen Gehwegen neue Konfliktursachen rechtlich zuzulassen.

Verkehrsberuhigung

Schließlich begann UMKEHR e.V. Recherchen, um das Thema „Verkehrsberuhigung“ und seine positiven Auswirkungen auf die Umwelt und Verkehrssicherheit wieder verstärkt in die Öffentlichkeit zu bringen. Untersucht wurden unter anderem die Konzepte „Shared Space“ und das schweizer Modell der Begegnungszone.

Was uns in der mobilogisch! beschäftigte

Weitere Themen, mit denen sich der Verein in diesem Jahr beschäftigte, finden ihren Niederschlag in der ausführlichen Berichterstattung der „mobilogisch!“. Im Schwerpunktbereich „Demografischer Wandel und Mobilität“ ging es um die sinkende Nachfrage nach motorisiertem Verkehr, der Änderung der Verkehrsnachfrage im Alter und wie sich der Wandel auf den ÖPNV auswirkt In einem umfangreichen Beitrag wurden die Verkehrsopferzahlen der letzten hundert Jahre betrachtet. Untersucht wurde auch, ob und wie CarSharing einen Beitrag zur Umweltentlastung und zur Verkehrssicherheit darstellen kann.

Im ausführlich behandelten Themenblock „Straßenbau“ wurden die neuen Richtlinien für Stadtstraßen auf ihre Tauglichkeit alle Verkehrsteilnehmer zu schützen untersucht. Außerdem wurde die Wirkung des „naturschutzrechtlichen Vorbehaltes“ beim Bundesstraßenbau untersucht, sowie die Möglichkeit des Straßenrückbaus bzw. der Rückstufung betrachtet.

Im Bereich öffentlicher Verkehr wurde die Frage diskutiert, ob ein ÖPNV mit sinkenden Regionalisierungsmittelzuweisungen seine Aufgaben noch erfüllen oder gar steigern kann und inwieweit ein Nulltarif umsetzbar ist.

Schließlich wurden Kampagnen zur Steigerung der Fahrradnutzung kritisch gewürdigt. Selbstverständlich waren auch im Jahr 2007 Feinstaub und Umweltzonen und deren gesundheitlichen Auswirkungen ein regelmäßiges Thema in unserer Zeitschrift.

Beratung und Kontaktvermittlung

Regelmäßig wiederkehrende Aufgaben während des gesamten Jahres waren in erster Linie die Beratung von Bürgern, Bürgerinitiativen und Verbänden, die Vermittlung von Kontakten zu Initiativen, Fachleuten, Gutachtern, etc., sowie die Beantwortung von Anfragen von Aktiven im Verkehrsbereich, Studenten und Schülern und anderen Interessierten. Darüber hinaus pflegt UMKEHR Kontakte zu Behörden, Universitäten etc. und regt durch themenbezogene Initiativen die Zusammenarbeit zwischen den Verkehrs- und Umweltorganisationen an.

Die Fachdiskussionen in den letzten Jahren haben aufgezeigt, dass Verkehrs­sicherheitsarbeit und Unfallprävention im engen Zusammenhang stehen mit Umweltschutz, allgemeiner Gesundheitsprävention und damit der Frage der Bewegung und Beweglichkeit der Menschen. In diesem Sinne hat UMKEHR e.V. in diesem Jahr schwerpunktmäßig Initiativen und Verbände beraten, die in den verschiedenen Fachbeiräten zur Lärmminderung, Luftreinhaltung und Unfallreduzierung mitarbeiten.

 

Rechenschaftsbericht 2006

Fußgänger und Radfahrer

Zusammen mit FUSS e.V. einigte sich UMKEHR e.V. auf Vorschläge über die gemeinsame Nutzung von Wegen durch Fußgänger und Radfahrer. Hier kommt es auf Geh- aber auch auf Parkwegen häufig zu Konflikten und sogar Unfällen zwischen diesen beiden Teilnehmergruppen des Umweltverbundes. Insbesondere ältere Fußgänger und Kinder sind Leidtragende einer Nutzung von zu schmalen Wegen durch Radfahrer.

Fußball-WM 2006

Im Rahmen zweier aufwändiger Recherchen wies UMKEHR auf die Schwächen des Mobilitätskonzeptes zur Fußball-WM 2006 hin. In der Vorher-Untersuchung wurde nachgewiesen, dass zu viele der Stadien nicht bzw. im zu geringen Umfang mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar waren. In der Nachher-Betrachtung wurde u.a. auf die mangelnde Einbindung des Radverkehrs hingewiesen. Die beiden Recherchen wurden auf Bitten des Goethe-Institutes in Johannesburg / Südafrika dem Institut geschickt. (Die nächste Fußball-WM findet 2010 in Südafrika statt.)

ÖPNV in Zukunft

Anlässlich der Föderalismusreform-Diskussion wies UMKEHR darauf hin, dass das entsprechende Begleitgesetz ein Auslaufen des Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetzes vorsah. Damit war die finanzielle Unterstützung insbesondere von Bus und Bahn in Gefahr. UMKEHR e.V. forderte einen dauerhaften Finanzausgleich.

Demografischer Wandel

Im Juni erschien die Broschüre „Damoklesschwert demografischer Wandel?“ in der Reihe Verkehr Kompakt Nr. 15. Das Ergebnis dieser Untersuchung: In der Raum-, Stadt- und Verkehrsplanung muss umgelernt und umgedacht werden. Für den stetig ansteigenden Anteil der Älteren an der Bevölkerung müssen sichere und komfortable Mobilitätsangebote entwickelt werden.

Bahn für Alle

UMKEHR e.V. ist Mitglied des Bündnisses „Bahn für Alle“, das von Umwelt- und Verkehrsverbänden, Jugendorganisationen und Gewerkschaftern getragen wird. Im Rahmen dieses Aktionsbündnisses war der Verein eine Stimme, die auf die negativen ökologischen Wirkungen einer privatisierten Bahn, die Strecken und Verbindungen renditeorientiert streicht, hinwies: Ein Umstieg vieler Fahrgäste auf das Auto ist und war die Gefahr. Das Jahr 2006 konnte mit recht guten Aussichten auf eine Verhinderung des Börsenganges der Bahn abgeschlossen werden.

Führerschein ab 17

Der Verein wandte sich in Schreiben an die Bundesländer gegen eine allgemeine Einführung des Führerscheins ab 17. UMKEHR e.V. befürchtete eine in der Entwicklung junger Menschen noch frühere Fixierung auf das Auto als das zentrale Verkehrsmittel. Die Kompetenz zur selbständigen Nutzung anderer Verkehrsträger kann so noch schlechter erlernt werden.

Den Tag zur Nacht machen

In Zusammenarbeit mit dem ADFC und dem GDV wurde gegen die verpflichtende Einführung des Tagfahrlichts vorgegangen. Untersuchungen aus dem Ausland zeigen, dass Radfahrer wie Fußgänger leichter übersehen werden, wenn sich die Verkehrsteilnehmer auf beleuchtete Kfz konzentrieren.

Vorarbeiten zum 16. BUVKO

Ab Mitte des Jahres war die Arbeit des Vereins stark von den organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitungen des 16. Bundesweiten Umwelt- und VerkehrsKongresses (BUVKO) geprägt, der im März 2007 in Stuttgart stattfinden wird. Thema des Kongresses wird der demografische Wandel und seine Auswirkungen auf unsere Mobilität sein. In Stuttgart sollen umweltfreundliche Mobilitätsangebote für Senioren wie auch für immer dünner besiedelte Landkreise vorgestellt werden. Insbesondere muss auch die Verkehrssicherheit für die trotz aller Einschränkungen immer mobileren Senioren verbessert werden.

Giga- oder Gaga-Liner?

Gemeinsam mit „LSVA Europe“ wandte sich UMKEHR e.V. bei der EU-Kommission gegen die Einführung der übergroßen Lkw „Giga-Liner“. Diese Fahrzeuge bilden im engen Straßennetz der Kommunen ein großes Sicherheitsrisiko, zerstören den Fahrbahnbelag und sind in zweifacher Hinsicht negativ für die Umwelt: Einerseits bringen sie Lärm und Abgase in die Städte, andererseits arbeiten sie gegen die Auslastung des Schienengüterverkehrs.

Was uns in der mobilogisch! beschäftigte

Die Themen, mit denen sich der Verein darüber hinaus in diesem Jahr beschäftigte, fanden ihren Niederschlag in der ausführlichen Berichterstattung der Vereinszeitschrift „mobilogisch!“. Analysiert wurde in dem Quartalsperiodikum der Gesetzentwurf zum Planungsbeschleunigungsgesetz, mit dessen Hilfe Verkehrswege, insbesondere Straßen, noch zügiger und mit geringeren Mitspracherechten für die Bürgerinnen und Bürger gebaut werden sollen. In Vorbereitung auf den 16. BUVKO behandelten mehrere Beiträge den demografischen Wandel. In einer Artikelserie wurden die Qualitätsstandards im öffentlichen Personennahverkehr untersucht und Forderungen abgeleitet, um eine Nutzung dieser umweltfreundlichen Verkehrsmittel zu unterstützen. Selbstverständlich war die Feinstaubproblematik und ihre gesundheitlichen Auswirkungen ein zentrales Thema in unserem Medium. Mitglieder der Bahnexpertengruppe „Bürgerbahn statt Börsenbahn“ veröffentlichten mehrer Beiträge in der mobilogisch!, die sich mit dem befürchteten Börsengang der DB AG, mit einer verbesserten Flächenbahn und speziellen Bahn-Großprojekten wie dem Bahnhofsneubau „Stuttgart 21“ beschäftigten.

Beratung und Kontaktvermittlung

Regelmäßig wiederkehrende Aufgaben während des gesamten Jahres waren in erster Linie die Beratung von Bürgern, Bürgerinitiativen und Verbänden, die Vermittlung von Kontakten zu Initiativen, Fachleuten, Gutachtern, etc., sowie die Beantwortung von Anfragen von Aktiven im Verkehrsbereich, Studenten und Schülern und anderen Interessierten. Darüber hinaus pflegt UMKEHR Kontakte zu Behörden, Universitäten etc. und regt durch themenbezogene Initiativen die Zusammenarbeit zwischen den Verkehrs- und Umweltorganisationen an.

Die Fachdiskussionen in den letzten Jahren haben deutlich aufgezeigt, dass Verkehrssicherheitsarbeit und Unfallprävention im engen Zusammenhang stehen mit der allgemeinen Gesundheitsprävention und der Frage der Bewegung und Beweglichkeit der Menschen. In diesem Sinne hat UMKEHR e.V. in diesem Jahr schwerpunktmäßig Initiativen und Verbände beraten, die in den verschiedenen Fachbeiräten zur Lärmminderung, Luftreinhaltung und Unfallreduzierung mitarbeiten.